Vision des Landes Kärnten (MOMAK)

Die Vision des Landes Kärnten ist es, langfristig den Anteil des öffentlichen Personenverkehrs am Gesamtverkehr auf 20 % zu erhöhen, den Anteil des Rad- und Fußgängerverkehrs auf 40 % zu heben und den motorisierten Individualverkehr von derzeit über 77 % auf 40 % zu senken. Bis 2035 soll in jedem Fall der Anteil des öffentlichen Verkehrs und des Radverkehrs verdoppelt werden.

   
   Liebe ViktringerInnen!

Unter doch recht heftiger Kritik der Wirtschaft und medialer Berichterstattung ist der Mobilitätsmasterplan Kärnten 2035 (MOMAK) abgeschlossen worden. Eine Präsentation für die Öffentlichkeit fand am 6.7.2016 in Pörtschach statt, die offizielle Vorstellung im Landtag erfolgte am 12.7.2016. Wichtig bzw. essentiell ist jetzt ein rascher Beschluss im Landtag mit Zustimmung aller Parteien; ok das war/ist ein Wunsch…

Die Vorbehalte der Wirtschaft behandeln vorwiegend höhere Kosten beim Warentransport (Treibstoff, Maut, Zufahrtsmöglichkeiten, Straßenbau uä.). Außerdem fürchtet man durch höhere Kosten für den motorisierten Verkehr (z.B. höhere Parktarife) einen Kundenschwund in den Geschäften. Klar ist aber, dass die Ziele des MOMAK - und hier ganz klar die Senkung des Anteils des motorisierten Individualverkehrs (MIV) – nur durch die Priorisierung der anderen Mobilitätsarten und eine dadurch automatisch einhergehende Schlechterstellung des MIV erreicht werden können.

Seitens des zuständigen Referenten, Rolf Holub, war ein relativ rasches Eingestehen, dass es sich beim MOMAK ja (nur) um eine beispielhafte Sammlung von einzelnen Maßnahmen handelt, erstaunlich. Hoffentlich bleibt man bei der Verfolgung der Ziele konsequenter.

Wie bereits in Viktring bzw. Klagenfurt das eine oder andere Mal diskutiert wurde, ist Mobilität nicht gleich Verkehr. Wir alle in Viktring wollen mobil sein und bleiben. Dieses Bedürfnis nach Mobilität erzeugt Verkehr. Es geht aber darum, die unterschiedlichen Mobilitätsarten perfekt nutzen zu können. Und dies erfordert ein Angebot. Das heißt, wenn man den BürgerInnen beispielsweise keine Radwege oder keinen adäquaten öffentlichen Verkehr anbietet, dann bedingt dies selbstverständlich einen hohen Anteil an motorisiertem Individualverkehr (verbunden mit hoher Lärm- und Feinstaubbelastung, Gefährdung der Jugend auf ihrem Schulweg …). Ein Kernpunkt im MOMAK ist daher die Herstellung von Mobilitätsknoten, an denen die unterschiedlichen Mobilitätsarten miteinander verknüpft werden können, um für jeden Einzelnen individuell bessere Mobilitätsketten (=Nutzung der verschiedenen Mobilitätsarten z.B. Rad-Bus-Bahn-Rad etc. nacheinander) zu erreichen. Diese Mobilitätsknoten soll es in verschiedenen Größen geben. Zum Beispiel eine perfekt fußläufig erreichbare Bushaltestelle, mit zusätzlicher Radabstellanlage im Kleinen, oder einen Bahnhof mit Busbahnhof, Carsharing, E-Bike- und Fahrradverleih im größeren Maßstab. Dadurch können wir alle durch die Kombination verschiedener Verkehrsmittel unsere täglichen Wege zurücklegen. Als Folge daraus verringert sich das Verkehrsaufkommen des MIV. Natürlich wird dies nur dann erfolgreich funktionieren, wenn gleichzeitig der MIV „benachteiligt“ wird, z.B. durch relativ hohe Parkgebühren, Fahrbahnreduktion für den MIV durch (temporäre) Busspuren, Bemautung etc. Aus ökologischer Sicht könnte man das auch als „zurück zur Kostenwahrheit“ für den motorisierten Verkehr bezeichnen. Aber zuallererst ruft eine solche Entwicklung Ängste hervor, ganz besonders bei den Interessensvertretungen der Wirtschaft. Man kann darin jedoch eine Chance sehen. Denn rund um Kärnten zeigen viele Länder ähnliche Entwicklungen seit Jahren auf, ohne dass dort die Wirtschaft einbricht. Im Gegenteil, meistens tritt sogar eine Belebung ein.

Abschließend die Empfehlung, schauen Sie sich den MOMAK durch, insbesondere die Handlungsfelder und bilden Sie sich ihr eigenes Bild! Hier ist der Link
Wer aus objektiven Gründen mehr als 5 Handlungsfelder ablehnen kann, bekommt beim Arcobaleno ein Eis von mir!

Und nun etwas bezogen auf Viktring: Als „Initiatives Viktring“ sollten wir uns Gedanken zur Mobilität machen und Ideen sammeln, wie und wo man in Viktring beispielsweise Mobilitätsknoten schaffen kann. Die Mobilitätsknoten können wohl nur, allerdings nicht alle, Bushaltestellen sein. Wesentlich für die zukünftige Mobilität in Viktring werden die Fußwege sein. Falls wir es schaffen, hierzu einige Ideen zu entwickeln, können wir diese im Rahmen der gerade laufenden Leitbilderstellung unserer Landeshauptstadt einbringen. Als Anstoß möchte ich die Schaffung einer zentralen Bushaltestelle im Bereich der Keutschacher Straße/Kreisverkehr (Schulzentrum) und einen Mobilitätsknoten beim „alten“ Gemeindezentrum, gemeinsam mit Verbesserungen für FußgängerInnen in den Raum stellen.

Bitte schickt uns eure Ideen und Vorschläge dazu! (Kommentare)

Beste Grüße und einen schönen Sommer Christian Hassler

siehe Homepage der Kärntner Landesregierung

 

Comments  

+1 # MobilitätsknotenHildegard Enzinger 2016-11-09 20:02
Den Vorschlag eines Mob-knotens bei Kreisverkehr/ Schulzentrum find ich sehr gut. Beim Gemeindezentrum dagegen ist der Platz zu beschränkt und m.E. der Abstand zum anderen Zentrum zu gering (da würde sich evtl. die Endhaltestelle Krottendorferstr. eher eignen = für das Einzugsgebiet Höhenweg, Sylvesterweg, Glanfurtgasse);
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0 # FußläufigkeitHildegard Enzinger 2016-11-09 20:07
Durchgang zwischen adidas und Tirolerweg gehört wieder ermöglicht (und weiter zu Bayernweg); ebenso ein Durchgang von Liechtensteinstraße (dzt. Sackgasse) zu Abstimmungsstraße (BILLA)
--> wär schön, wenn weitere Vorschläge kommen!!!!!!!!!!!
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+1 # VerkehrsberuhigungHildegard Enzinger 2016-11-09 20:15
für eine Verkehrsberuhigung im Bereich des Gemeindezentrums könnte eine 30km_Beschränkung zwischen Osteria (Ortsanfang) und Kreisverkehr sowie in der Wedenigstr. zwi Marienhofgasse und Einmündung in die Keutschacherstr. helfen (noch besser wäre dort eine generelle Neugestaltung).
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